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Die AfD und die Jugend

Wie die Rechtsaußenpartei die Jugend- und Bildungspolitik verändern will

Titelbild: Die AfD und die Jugend Quelle: Wochenschau Verlag
„Die AfD und die Jugend. Wie die Rechtsaußenpartei die Jugend- und Bildungspolitik verändern will.“
Das Buch „Die AfD und die Jugend“ stellt zwei Studien zur Jugendpolitik der Alternative für Deutschland vor. In der ersten Studie werden über 700 parlamentarische Interventionen der AfD zu den Themen Jugendarbeit, Jugendbildung und jugendliche Lebensweise systematisch analysiert. Ergänzend wird sich in der zweiten Studie mit den politischen Interventionen der AfD im Arbeitsfeld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie mit den Befürchtungen und Einschätzungen der Betroffenen auseinandergesetzt.
Auf Grundlage der Analyse der parlamentarischen Interventionen zeichnen sich mehrere Muster von Kritik und Interventionen gegenüber Trägern, Einrichtungen, Aktivitäten und Akteur*innen der Jugend- und Bildungsarbeit ab. Gemeinsam haben sie die Ablehnung einer vielfältigen und emanzipatorischen Jugend. Das vermittelte Auftreten bei den Interventionen reicht dabei von interessiert aufdeckend über aggressiv fordernd bis zu besorgt und kümmernd, aber auch die Vorstellung einer nationalen Jugend und Feindmarkierungen scheinen durch. Bedient werden dabei die zentralen Themenfelder der AfD: Immer wieder geht es um Migration, Kriminalität, Linksextremismus, Emanzipation, Sexualität und Gender und alternative Formen der Jugendarbeit.
Im Kontext der Offenen Kinder- und Jugendarbeit lässt sich ein weitaus heterogeneres Vorgehen feststellen. Die hängt sicherlich auch damit zusammen, dass diese nicht im besonderen Fokus der AfD steht. Nichtdestotrotz rückt das Themenfeld insbesondere dann in den Fokus, wenn hier politische Gegner*innen und abgelehnte Positionen wahrgenommen werden. So lassen sich zwei argumentative Kernstücke der Interventionen festhalten. Zum einen werden Einrichtungen und Projekte, die sich entweder gegen die AfD oder ihre Inhalte positionieren, als „linksextrem“ markiert. Zum anderen werden Artikulationen von Parteilichkeit sowie (fach-)politischer Anliegen als Verstoß gegen die Neutralitätspflicht dargestellt. Die Intensität der Interventionen sowie die Vulnerabilität der Betroffenen gewinnt dabei, so die Studie, zunehmend an Bedeutung.
Abschließend wird der Umgang der Betroffenen mit den Interventionen dargestellt. Meist bleibt es bei internen Auseinandersetzungen, die selten auf strategische Überlegungen hinauslaufen. Akteur*innen, denen es gelingt, sich in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit zu organisieren und kommunalpolitisch zu agieren, erreichen jedoch auch einen erfolgreichen Umgang durch Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit, Gremienbeteiligung und fachliche wie strategische Überlegungen. Auch öffentlicher und nicht-öffentlicher Zuspruch durch Solidaritätsbekundungen und Kooperationen haben oftmals einen positiven Effekt für die Betroffenen, da sie die Ausbreitung und Auswirkungen von Interventionen reduzieren können. Konkrete Empfehlungen für das Vorgehen werden an dieser Stelle allerdings nicht angesprochen.
Als offen bleibende Fragen für weitere Studien bleibt die Frage nach den Entwicklungen der Interventionsgeschehen – nicht zuletzt mit Blick auf die Pandemieauswirkungen – und des quantitativen Ausmaßes der Interventionen. Zudem wäre die Erforschung der lokalen und kommunalen Verfasstheit, der Interaktionsebene und des Einflusses anderer Akteure (bspw. der Behörden) von Interesse. Abschließend wird der Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis angeregt, um erfolgreiche Umgangsweisen mit politischen Interventionen zu entwickeln, nicht nur durch die Auseinandersetzung mit Organisationsentwicklungsprozessen und kommunaler Jugendpolitik sondern auch mit politischer Jugendbeteiligung.
Insgesamt liefert das Buch einen interessanten Überblick über jugendpolitische Ansichten der AfD, ihr Jugendbild und ihre Vorgehensweisen bei politischen Interventionen. Bei der Auseinandersetzung mit den Umgangsmöglichkeiten für Betroffene bleibt es jedoch sehr beschreibend; die auf dem Buchdeckel versprochenen zahlreichen Anregungen von Handlungsmöglichkeiten lassen sich hier nicht finden.  (Nina G.)

Hafeneger, B., Jestädt, H., Schwertheim, M., Schuhmacher, N., Zimmermann, G. (2021): Die AfD und die Jugend. Wie die Rechtsaußenpartei die Jugend- und Bildungspolitik verändern will. Wochenschau Verlag, Frankfurt am Main. https://wochenschau-verlag.de/Die-AfD-und-die-Jugend/41200

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Autor*in

Weser-Aller-Bündnis: Engagiert für Demokratie & Zivilcourage e.V.
Veröffentlicht: Montag, 06. September 2021 um 14:43 Uhr

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