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Winterfütterung mit Sachverstand

NABU-Familienveranstaltung zur Vogelfütterung am 30. November in Schessinghausen

Blaumeise am Futterhäuschen (c) NABU
Zu einer „Winterfütterung mit Sachverstand“ hat der Naturschutzbund NABU aufgerufen. „Traditionell füttern viele Menschen in der kalten Jahreszeit Vögel“, erläuterte Jens Rösler vom NABU Nienburg, „aber wir haben aufgrund der Zunahme der Anfragen den Eindruck, dass sich Futterhäuschen und Co. einer wachsenden Beliebtheit erfreuen.“ Das ist ganz im Sinne des Naturschützers: „Nur wer einen Bezug zur Natur herstellen kann, wird sich für ihre Erhaltung einsetzen. Daher ist die Winterfütterung auch in pädagogischer Hinsicht sehr wertvoll. Außerdem haben dadurch besonders Kinder und ältere Menschen die Möglichkeit, durch Vogelbeobachtung Freude und Verständnis für die Tierwelt zu entwickeln. Eine „Verteufelung“ der Winterfütterung ist daher unsinnig, solange sie mit Sachverstand erfolgt“. „Das gibt eine optimale Beobachtungsmöglichkeit,“ sagt Rösler, „Ich freue mich, dass durch die Winterfütterung so viele Menschen den Bezug zur Natur suchen."

Grundsätzlich sollten aus Sicht des Naturschützers „keine Massenfutterplätze“ eingerichtet werden, da sie für die Tiere leicht zu Infektionsquellen, insbesondere mit der gefürchteten Salmonellose, werden könnten. Mehrere kleine Futterplätze sind geeigneter: Für alle Meisenarten eignen sich so genannte Futtertrichter am besten, in denen das Futter nachrutschen kann und vor Verschmutzung und Regen geschützt ist. Futterhäuser sind gut geeignet für Amsel, Rotkehlchen, Schwanzmeise, Grünfink, Erlenzeisig, Spatz und Dompfaff. „Wichtig ist, dass das Futterhaus regelmäßig gereinigt wird, am besten mit warmem Wasser, aber ohne Chemikalien“, so Rösler weiter.

Bei der Auswahl des Futters sollte darauf geachtet werden, dass die Ware frisch ist und beispielsweise keine ranzigen Fette verwendet werden. Gerade zu Beginn der Futtersaison sollte im Handel darauf geachtet werden, dass keine abgelaufene Ware des Vorjahres mehr verwendet wird. Menschliche Speisereste sollten tabu sein. Besonders gut bewährt haben sich für die Meisenarten die bekannten Meisenringe und Futterzapfen aus dem Fachhandel, bei denen Nüsse und Sonnenblumenkerne in Talg eingelassen sind. Auch große Talgkolben haben sich als gute Energiespender erwiesen. „Man kann auch selbst Rindertalg in Blumentöpfe gießen, die dann kopfüber aufgehängt werden“, empfahl der Naturschützer. „Reichhaltig sind im Regelfall die Futtermischungen, die der Handel aus Sonnenblumenkernen, Sämereien und Erdnüssen anbietet, sie werden von den meisten Vogelarten gerne akzeptiert.“ Ergänzend kann ebenfalls im Handel ein spezielles Weichfutter für Weichfresser wie das Rotkehlchen gekauft werden, dem auch Insekten beigemischt sind.

Traditionell wird in der Geschäftsstelle des NABU Nienburg, in Schessinghausen, Unter den Eichen 21, zu Beginn der kalten Jahreszeit Vogelfutter selbst hergestellt. In diesem Jahr heißt es "Füttern?- Erwünscht!" am Samstag, den 30. November ab 15.00 Uhr.  Eine Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist nötig. Die wird per Email unter Familienangebot@NABU-Nienburg.de  oder per Telefon 0176 - 700 398 27 angenommen. Ein Kostenbeitrag von 5 € bzw. 3 € für Mitglieder wird erhoben.

Winterfütterung sollte jedoch vor allem als Ergänzung zu einer möglichst naturnahen Gestaltung des eigenen Umfelds – sprich: des Gartens oder Kleingartens – gesehen werden. Denn bei entsprechender Anlage und Pflege „ist der Garten eine große Futterquelle“, erläutert Rösler. Ein einfaches, einleuchtendes Beispiel sind etwa die Halme von Stauden und Gräsern, die im Herbst und Winter ein bizarres Bild bieten, wenn sie abgestorben sind: Viele von ihnen sind markhaltig oder hohl, und in ihnen überwintern verschiedene Entwicklungsstadien von Insekten. Diese Tiere können von Singvögeln leicht aufgespürt werden. „Eine echte Eiweißbombe für eine Blaumeise, wenn sie eine solche Made findet“, schmunzelt der Naturschützer. Daher sollten solche Halme möglichst im Winter stehen bleiben und erst im Frühjahr abgeschnitten werden, um dann neuen Austrieben Platz zu machen. Auch in den Ritzen von Trockenmauern, die leicht aus Ziegelsteinen aufzuschichten sind, und natürlich in Reisig- und Laubhaufen, die auch als Igelunterschlupf in keinem Garten fehlen sollten, lässt sich für die Vögel ein reiches Nahrungsangebot finden.

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Autor

Naturschutzbund Kreisverband Nienburg/Weser e.V.
Veröffentlicht: Donnerstag, 21. November 2019 um 11:39 Uhr

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