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Rechter Terror - Ein Kommentar

Deutschland ich bin schockiert.

Titelbild DER RECHTE RAND Ausgabe Mai / Juni 2020

Ein Kommentar zum Schwerpunktthema Terror von Rechts der Ausgabe Mai/Juni 2020 des Antifaschistischen Magazins „Der Rechte Rand“.


26. September 1980. In München wird ein rechtsextremistisch motivierter Sprengstoffanschlag auf das Münchener Oktoberfest verübt. 12 Besucher*innen kommen dabei ums Leben sowie der Attentäter. Der 21-jährige Gundolf Köhler. Er gilt als Einzeltäter.

Das Thema Rechtsterrorismus und Rassismus wird Bundesweit thematisiert.

20. Februar 2020. In Hanau werden 10 Menschen bei Anschlägen erschossen. Das Motiv des Täters ist Rassistisch. Die Anschläge gelten als Rechte Tat, der Täter jedoch wird nicht als “rechter Täter” eingestuft.

Es gibt Proteste und der Rassismus in Deutschland wird thematisiert.

Ich betrachte diese beiden Vorfälle. Von dem einen habe ich erst vor kurzem erfahren. Bei dem anderen war ich mit auf der Straße, um gegen Rechte Gewalt zu demonstrieren.

Jetzt frage ich mich, warum ich nicht davor schon von dem strukturellen Rassismus und den rechten Strukturen in Deutschland wusste? In der Schule lernte ich dies nicht.

Ich lernte, dass der Faschismus 1945 besiegt wurde. Es gab in unserem Geschichtsunterricht kein Kapitel “Rechte Gewalt nach 1945”.

Als jemand der nach 2000 geboren wurde, glaubte ich damit das wir in einer Gesellschaft leben, in der wir gelernt hätten. In der wir gelernt hätten, so etwas nicht wieder geschehen zu lassen. Wir in Deutschland, die wir betonen, dass wir nach 1945 nie wieder Faschismus wollen, schaffen es nicht unseren Kindern und unseren Jugendlichen beizubringen, wo dieser Beginnt und wo er nicht aufhört.

“Es ist geschehen und folglich kann es wieder geschehen”: Primo Levi.

Wir leben in einer Zeit in der eine Partei in den Bundestag gezogen ist, welche einen faschistischen Flügel besitzt und zu weiten Teilen faschistisches Gedankengut transportiert.

Wir leben in einer Zeit in der sich ein Mann von Faschist*innenen im Thüringer Landtag zum Ministerpräsidenten wählen lässt.

Wir leben in einer Zeit wo sich rechte Strukturen in Polizei, Bundeswehr und Sportschützenvereinen nur schwer eingrenzen und nur selten entdecken lassen.

Tut mir leid Deutschland, ich bin schockiert. Den du hast eine historische Aufgabe und statt deinen Kindern beizubringen, auf welchem Weg wir uns befinden, machst du dir lieber Sorgen um Linke Gewalt. Damit zeigst du wie wenig du aus deiner Geschichte gelernt hast. Dabei hast du die Möglichkeit etwas aus der Geschichte zu lernen. Lerne aus den Attentaten, aus den Morden. Denn das schuldest du den Ermordeten von Gestern und den Verbliebenen von Morgen.

Wir dürfen die Analyse des Faschismus nicht als eine abgeschlossene Epoche begreifen. Sie ist zentral, um die Geschichte von rechter Gewalt, Menschenfeindlichkeit, Rassismus und dessen Struktur in unserer heutigen Gesellschaft zu begreifen.

Ich danke dem “der rechte Rand” Magazin mir die Augen ein Stück weiter geöffnet zu haben und kann ein Abo von diesem nur weiterempfehlen. Gesammeltes antifaschistisches Wissen seit 1989. Eigentlich eine Pflichtlektüre für den Schulunterricht und Demokrat*innen.

Autor: Jakob G.

Für weitere Recherche und Quellenhinweise:

Recherche. Analyse. Perspektive
DER RECHTE RAND
Das antifaschistische Magazin
https://www.der-rechte-rand.de/

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Autor

Weser-Aller-Bündnis: Engagiert für Demokratie & Zivilcourage e.V.
Veröffentlicht: Montag, 22. Juni 2020 um 12:36 Uhr

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