Logo
«

Wildkatzen in Niedersachsen

Wildkatze
Wildkatzen in Niedersachsen

Die einst in fast allen Wäldern Deutschlands heimische Mäusejägerin steht seit vielen Jahren auf der Roten Liste der bedrohten Arten. In weiten Teilen Deutschlands war sie bereits ausgestorben. Die letzten Wildkatzen lebten in meist isolierten Waldgebieten. Mittlerweile erholen sich die (Rest-)Populationen. Doch noch immer sind viele der Lebensräume zu schlecht vernetzt, so dass die Wildkatzen dort nicht dauerhaft überleben können. Viele Katzen werden zudem Opfer des Straßenverkehrs.


Seit 2004 engagiert sich der BUND mit dem Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ für die bundesweite Wiedervernetzung der Wälder Deutschlands. Dieses soll im Wald lebenden Tierarten wie der Wildkatze langfristig die gefahrlose Wanderung und die Wiederbesiedelung ihrer alten Lebensräume ermöglichen. "Das Problem bei kleinen Lebensräumen ist der Aufbau einer stabilen Population mit genug genetischem Austausch. Deshalb ist die Vernetzung so wichtig", erläutert Danièle Duske, Wildkatzenbotschafterin bei der Nienburger BUND-Kreisgruppe.


Eine wichtige potenzielle Wanderroute der Wildkatzen in Niedersachsen verläuft von den Wäldern entlang des Steinhuder Meeres in die Lüneburger Heide. Um den scheuen Tieren diese gefährliche Wanderung zu erleichtern, sollen weitere Korridore im Gebiet angelegt werden. Die Erweiterung des Wildkatzenkorridors bei Stöckse vor einem Jahr ist ein erster wichtiger Schritt Richtung Norden.


Die Wildkatze ist Botschafterin für die Vernetzungsprojekte, von denen alle Tierarten profitieren, die auf Wälder, Hecken und Randstreifen angewiesen sind wie Laubfrosch oder Haselmaus, Rebhuhn oder Hirschkäfer. Nicht zuletzt breiten sich auch Pflanzen über diese Korridore aus, darunter selten gewordene Arten wie Elsbeere oder Feldulme.


Die Referentin Andrea Krug, BUND-Landesverband Niedersachsen, wird in ihrem Vortrag das erfolgreiche Monitoring im Landkreis Nienburg sowie die Gesamtentwicklung in Niedersachsen beleuchten.