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130 Teilnehmer*innen besuchten Jugendkongress 100% Menschenwürde - Zusammen gegen Rassismus

Starkes Engagement für Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Jugendkongress 2019 Foto: Ruben Obenhaus
Kürzlich (am 19. Feb 2019) veranstaltete das Weser- Aller- Bündnis: Engagiert für Demokratie und Zivilcourage (Wabe e.V.) im Nienburger Kulturwerk und dem Jugendzentrum der Stadt Nienburg den 15. Jugendkongress Jugendkongress für Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage unter dem Motto „100% Menschenwürde – Zusammen gegen Rassismus“.


Begrüßung durch den Kultusminister


Die Veranstaltung wurde mit einem persönlichen Grußwort des Kultusministers Grant Hendrik Tonne eröffnet. Der Minister hob die große Bedeutung des Engagements der Schulen gegen Rassismus hervor und stellte klar, dass es für die Demokratieerziehung wichtig sei, dass Lehrkräfte Haltung zeigen gegen Menschenfeindlichkeit und Rassismus. Er nehme zunehmend unlautere Angriffe aus rechtspopulistischen Kreisen auf engagierte Schulen und Lehrkräfte wahr. Das sei nicht hinzunehmen und Minister Tonne machte deutlich, dass er sich dabei an der Seite der Lehrkräfte und Schüler*innen sähe, wenn es um die Vermittlung und den Schutz der Menschenrechte gehe.


Rudi Klemm von der WABE Koordinierungs- und Fachstelle hob in seiner Begrüßung die besondere Bedeutung des Schüler*innen-Engagements hervor. Dabei zeichnete er mit Bezug auf den Soziologen Wilhelm Heitmeyer die Herausforderungen durch „autoritäre Nationalradikale“ nach, die eine autoritäre Gesellschaft anstreben, nationalistisch und rassistisch agieren und versuchen würden, die Gesellschaft zu radikalisieren.


Engagiert, wahrnehmbar und wirksam!


Die Leistungen der engagierten Schüler*innen läge aber vor allem in den alltäglichen Bestrebungen für eine gutes faires Schulklima gegen jede Form von Diskriminierung. Rudi Klemm fasste zusammen: „Die Schulen gegen Rassismus für Courage sind engagiert, sind wahrnehmbar und sie sind wirksam für die Demokratie. Am Beispiel des Projektes „SPOT ON! Geschichte der Demokratie in Verden“ stellten Anne Lehmann von WABE in zwei Schüler des Gymnasiums am Wall (Verden) vor, wie in Kooperation mit der Niedersächsischen Landeszentrale für Politische Bildung eine digitale Stadtführung als Schulprojekt mit Außenwirkung erstellt wurde.


12 Workshops für Schüler*innen


Der Jugendkongress bot in den 12 Workshops für Schüler*innen jede Menge Impulse zu folgenden Themen: Projektentwicklung (Sebastian Ramnitz Contra e. V.), Diskriminierung im Fussball (Vanessa Maas / Lernzentrum Ostkurvensaal Werder Bremen), Instagram (Pueblo Fuest / Culture Interactive), Diversität statt Diskriminierung (Madlien Horlbeck / Kreisjugendring Nienburg), Geschlechtergerechtigkeit (Sarah Peters /Gleichstellungsbeauftragte Stadt Nienburg), Graffiti mit Stencil auf Taschen und Papphockern etc. (Wiebke Seidel)


Zugleich fand ein Workshop für Lehrkräfte statt, in dem Handlungsoptionen für den Umgang mit Diskriminierung und Rechtsextremismus erarbeitet wurden. (Jan Krieger / IBIS e. V. Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus für Demokratie)


Ein Aussteiger berichtet


Zum Abschluss der Veranstaltung berichtete der ehemalige Neonazi Christoph Sorge im Gespräch mit Rudi Klemm darüber, wie er in Sachsen in die rechte Szene hinein gekommen ist, welche Inhalte er damals vertreten hat und wie der Ausstiegsprozess erfolgte. Im Anschluss an das Podiumsgespräch beantwortete er die Fragen der Schüler*innen. Für den Einstiegsprozess waren Nachhilfeangebote von der rechten Szene gemacht worden. Als einschneidendes Erlebnis für den Ausstieg aus der rechten Szene schildert Sorge einen Kameradschaftsabend bei dem seine Kameraden ihren Mordphantasien gegenüber politischen Gegnern freien Lauf ließen. Das bewirkte ein erstes Nachdenken über die Menschenfeindlichkeit der braunen Ideologie.


Positive Bilanz


Das Organisationsteam von WABE zog eine positive Bilanz. „Die Resonanz bei den örtlichen Schulen war deutlich höher als in den vergangenen Jahren und darüber hinaus reisten auch Teilnehmer*innen aus anderen Regionen Niedersachsens an. Wir kommen wegen des starken Interesses von Jugendlichen inzwischen räumlich an Kapazitätsgrenzen.“, so Rudi Klemm.


Das Weser-Aller-Bündnis: Engagiert für Demokratie & Zivilcourage (WABE) wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“.

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Veröffentlicht am

Mittwoch, 20. Februar 2019 um 16:42 Uhr

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